Mit jungen Kindern am See – Ermutigungspädagogik praktisch

Herrlich! Gestern waren zum ersten mal 6 Krippenkinder beim See-/Waldtag mit den Kindergartenkindern dabei! Toll sind sie hingelaufen – alle! Nachdem wir uns ausführlich mit Brotzeit gestärkt haben, ging‘s zum Spielen. Ich war direkt am See eingeteilt: Hier verweilten sich die jungen Kinder zunächst. Erinnerungen an die Zeit, als meine eigenen Kindern so jung waren, kamen mir in den Sinn: Ich mit damals noch 3 jungen Kinder mit einer Freundin und deren 3 Kindern zum Spielen an einem Bach… Ich war nach kurzer Zeit schweißgebadet und meine Freundin wunderte sich, warum ich so gestresst bin. Ja, das war ich damals tatsächlich: Denn ich hatte ständig Sorge, dass eines meiner Kinder in den Bach rutscht. Passiert wäre vermutlich kaum etwas außer nasser Klamotten. Jetzt, ca. 15 Jahre später, bin ich ganz gelassen. Denn ich habe ja mittlerweile schon so oft die Erfahrung gemacht, dass außer nassen Schuhen und ein bisschen Wasser an der Hose oder den Ärmeln am See nichts passiert. Ich sehe junge Krippenkinder, die mit Steinen absolut sicher und gekonnt ins Wasser werfen! Sie schreien dem vorbeifahrenden Dampfer zu. Hin und wieder vergisst eines, dass Wasser nass ist und übersieht die gut sichtbare „Laub-Grenze“ (die die kleinen Wellen geformt haben): Mit Halb-Schuhen will es in den See wandern, um ein Stöckchen oder Blatt zu holen. Ich bin da und halte das Kind mit wenigen Worten auf.

„Da!“ zeigt mir ein Kind etwas auf dem See – ich entdecke endlich ein schwimmendes Blatt. „Eine Ameise!“ Es schaut tatsächlich fast so aus wie ein Insekt: Der Stil ragt nach oben und spiegelt sich im Wasser, sodass es aussieht wie ein Körper mit zwei Fühlern. Ich hole ein ähnliches Blatt und erkläre kurz die Spiegelung. Interessiert hört mir das Kind zu. Dann greift es das Blatt, wirft es schwungvoll ins Wasser – leider landet es gleich am Rand, wo das Wasser dunkel ist und sich nichts spiegelt. Macht nichts: Das Kind hat es begriffen! Das macht doch einfach nur Freude! Und was machen bei dieser Wärme schon ein paar nasse Schuhe und Socken…

Was ich, die ich nun schon so viele junge Kinder am Wasser beobachtet habe und die Erfahrung gemacht habe, dass Kinder „es“ richtig machen wollen, Ihnen gerne mitgeben möchte:

Dies sollte man sich vorab überlegen: 1. Was ist das Schlimmste, was passieren kann?. 2. Wodurch kann dieses verhindert werden? 3. Wie kann ich das junge Kind spielerisch animieren, dabei mitzuhelfen?

Und dies sollte man am Wasser mit knapp der Hälfte der Aufmerksamkeit unbedingt auch tun: 4. Das Wasser und seine Schönheit genießen! (Denn die eigene Ruhe überträgt sich auf das Kind…)

 

Veronika Seiler, Telos-Ermutigungspädagogin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir verwenden Cookies um unseren Besuchern eine optimale Erfahrung bieten zu können.
Weitere Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. OK, bitte nicht mehr anzeigen.