Psychologische*r Psychotherapeut*in (PP) (staatl. anerkannt) Fachbereich: Tiefenpsychologisch

Aufbau-Studiengang

„Psychologische/r Psychotherapeut/in“

Die Ausbildung erfolgt entsprechend den Regelungen des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) vom 16.06.1998 und der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (KJPsychTh-APrV) vom 18.12.1998 in der berufsbegleitenden, 5-jährigen Form mit mindestens 4200 Stunden.

Sie besteht aus der:

  • „Praktischen Tätigkeit“
  • „Theoretischen Ausbildung“
  • „Praktischen Ausbildung“
  • „Selbsterfahrung“.

Der Beginn der Ausbildung ist jederzeit möglich. Die Blöcke A – D des Basisstudiengangs können in beliebiger Reihenfolge belegt werden. Es wird empfohlen, möglichst bald während des Basisstudiengangs mit der Selbsterfahrung zu beginnen. Die Ausbildung soll die Teilnehmer befähigen, selbständig psychotherapeutische Behandlungen in den psychoanalytisch begründeten Verfahren durchzuführen. Entsprechend den Psychotherapie-Richtlinien vom 11.12.1998 stellen diese Verfahren „Formen einer ätiologisch orientierten Psychotherapie dar, welche die unbewusste Psychodynamik neurotischer Störungen mit psychischer oder somatischer Symptomatik zum Gegenstand der Behandlung machen“ (Faber-Haarstrick, „Kommentar Psychotherapie Richtlinien“). Dazu gehören die „Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie“, in der „die unbewusste Psychodynamik aktuell wirksamer neurotischer Konflikte“ behandelt wird und die „Analytische Psychotherapie“, in der darüber hinaus auch „die zugrundeliegende neurotische Struktur des Patienten“ behandelt wird. Je nach dem Grad der Störung gilt es, durch entsprechende Beziehungsangebote regressive Prozesse zu fördern, die Ur-Wir-Bildung nachzuholen, bzw. subjektive Wahrnehmungen an der Realität zu korrigieren und Fehlkompensationen abzubauen. Das psychotherapeutische Geschehen kann als existenzieller Ermutigungsprozess verstanden werden. Die sklerotischen Erstarrungen der unbewussten Meinungsbildung sollen gelockert und die verschütteten Schöpferischen Kräfte der Lebensgestaltung wieder frei legt werden. Dadurch wird eine Stabilisierung der Selbstwertregulation erreicht. Da die unbewussten, lebensstiltypischen Erwartungen der Psychotherapeut*in unmittelbar auf die unbewussten Einstellungen der Patient*in wirken, bedarf es der flexiblen Beziehungsfähigkeit der Psychotherapeut*in. Dazu ist ihre Fähigkeit, in die Welterfahrung anderer Menschen einzuschwingen und sich deren Leid aus zusetzen notwendig. Es bedarf ihres Lebensmutes, gemeinsam mit der Patient*in neue Aspekte zukünftiger Lebensgestaltung zu gewinnen. Um diese Fähigkeiten zu fördern, haben auch die theoretische und die praktische Ausbildung Aspekte von Selbsterfahrung.

Stoffplan

Siehe Basisstudiengang

Die erfolgreich bestandene Zwischenprüfung ermöglicht den Übertritt in den Aufbau-Studiengang.

Aufbau-Studiengang: Blöcke E und F, Kasuistisch technisches Seminar (KT), Methodenseminar (MS)

  • Diagnose, Indikation, Prognose, Behandlungsplanung, Kurzzeit- und Langzeittherapie
    Jede(r) Teilnehmer*in führt 20 Anamnesen selbständig durch, nimmt sie auf Tonträger auf, dokumentiert sie schriftlich und bringt sie in das Anamneseseminar ein.
  • Rahmenbedingungen, Behandlungssetting, Einleitung und Beendigung der Behandlung
  • Therapiemotivation
  • Dynamik der Beziehungen
  • Behandlungsmethoden und –techniken

Umgang mit Übertragungen, Regression und Widerstand, Träume, Assoziationsmethoden, konfliktbezogene, fokussierende, kreative Techniken, Regressionsförderung etc..

  • Krisenintervention
  • Einführung in Behandlungsverfahren bei Kindern und Jugendlichen.
  • Einführung in Behandlungsverfahren bei Paaren, Familien und Gruppen.
  • Antragstellung im Gutachterverfahren der gesetzlichen Krankenkassen.
  • Rechtsfragen in psychologischer Beratung und Psychotherapie

A. Zulassung

Für die Zulassung ist ein formloser Antrag nötig, aus dem hervorgeht, welche Ausbildung angestrebt wird und welche Zukunftsplanungen mit dem Abschluss verbunden werden.

Beizulegen sind:

  • Lebenslauf mit Darstellung von Studiengang, Fortbildungen und beruflicher Tätigkeit.
  • Kopie des Zeugnisses über den Studienabschluss.
  • Nachweis über die berufliche Tätigkeit.
  • Es wird eine einmalige Bewerbungsgebühr in Höhe von € 160,– fällig.

Wenn die formalen Voraussetzungen erfüllt sind, wird der Bewerber / die Bewerberin zu einem Aufnahmegespräch eingeladen, bei dem die persönliche Motivation für die Teilnahme diskutiert und die spezielle Eignung für die tiefen-psychologische bzw. analytische Arbeit abgeklärt wird. Die Zulassung erfolgt nach diesem Bewerbungsgespräch.

Im Falle der Ablehnung oder wenn die Zulassung nicht in Anspruch genommen wird, besteht kein Anspruch auf Rückerstattung der Bewerbungsgebühr.

B. Staatliche Prüfung

Nach Abschluss aller Ausbildungsabschnitte kann sich die Teilnehmer*in für die staatliche Prüfung anmelden, deren Ablauf durch die PsychTh-APrV geregelt ist. Nach Bestehen dieser Prüfung kann die Approbation beantragt werden, die die Voraussetzung für die Niederlassung in eigener Praxis und für die Kassenzulassung ist.

C. Kassenzulassung

Mit dem Abschluss des Aufbau-Studiengangs wird für die Kassenzulassung der Fachkundenachweise für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie erbracht.

D. Kosten

 

Wir verwenden Cookies um unseren Besuchern eine optimale Erfahrung bieten zu können.
Weitere Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. OK, bitte nicht mehr anzeigen.