Philosophie

Telos (altgriechisch): τέλο = Ziel:
„Die Zielstrebigkeit der Psyche ist eine Grundtatsache.“

( Alfred Adler, Begründer der Individualpsychologie, 1927)

Vertrauen in die Entfaltungsmöglichkeiten des Lebens

  • Jeder Mensch gestaltet sein Leben durch seine Entscheidungen, durch seine Gedanken, durch die Meinung, die er sich von seiner Person, von den anderen Menschen und von den Gegebenheiten des Lebens macht.
  • Jeder Mensch hat die Möglichkeit, sein Leben gestaltend zu ändern.
  • Jedem Menschen wohnen unendliche Möglichkeiten inne, die er zu seiner vollkommenen Entwicklung nutzen kann.

Der Telosbaum bringt zum Ausdruck:

  • … die Verbundenheit aller Lebewesen miteinander: Mensch, Tier, Natur… – Der Mensch ist eingebettet in die Gemeinschaft aller Lebewesen.
  • … dass das Wachstum als treibende, gegebene Kraft allem Leben zu eigen ist: (Er-)“Ziehen“ ist unnötig.
  • … dass eine Änderung des Verhaltens möglich ist – Wachsen ist Veränderung.
  • … dass im Menschen alles von Natur aus angelegt ist, was er zum Wachsen und Leben braucht: Auch die kleine Buchecker hat alles in sich, was sie braucht, um eine große Buche zu werden. Beim Menschen ist es nicht anders.

Fünf Lebensaufgaben muss sich laut Individualpsychologie jeder Mensch stellen:

1. „Gesellschaft“ – 2. „Arbeit“ – 3. „Liebe, Partnerschaft“ – 4. „Beziehung zu sich selber“ – 5. „Beziehung zum Kosmos“.
Die Telos-Gesellschaft setzt einen besonderen Schwerpunkt in die 5. Lebensaufgabe: „Die Beziehung zum Weltall, zur Bedeutung menschlicher Existenz im transzendentalen und spirituellen Bereich“. Insbesondere der Verwobenheit von „Mutter Erde“ mit der Menschheit schenken wir große Bedeutung: Der Tatsache, dass unsere Erde gleichzeitig so großzügig wie schutzbedürftig ist.
In diesem Sinne wollen wir unsere organisatorischen und praktischen Arbeitsabläufe gestalten – diese innere Einstellung schlägt sich in unseren Seminaren und Aus-/Weiterbildungen und insbesondere im Alltag und den Projekten des Telos-Kinderhauses (Utting) nieder.

Diese grundsätzlichen Leitgedanken der Individualpsychologie möchte die Telos Gesellschaft Menschen jeden Alters in Theorie und Praxis nahebringen.

Die Individualpsychologie…

  • ist die Grundlage der Aus- und Weiterbildungen und der Seminare der Telos-Akademie.
  • wurde von Alfred Adler (1870 – 1937) begründete. Die Namensgebung bringt den Protest gegen Freuds Dogmatismus zum Ausdruck, genauso wie die Bezeichnung „Individualpsychologie„. Adler wollte damit eine unteilbare Einheit der Persönlichkeit zum Ausdruck bringen, im Unterschied zu dem von Freud angenommen Kampf dreier seelischer Instanzen. Er hat dadurch aber auch ein Missverständnis ermöglicht: Individualpsychologie ist gerade nicht die Psychologie der Individuums, des Einzelmenschen im Gegensatz zur Gemeinschaft, wie man zunächst annehmen könnte. Sie ist vielmehr die tiefenpsychologische Schule, die am weitesten sozialpsychologische Aspekte in die Lehre vom Menschen einbezieht: Gemeinschaft trägt den Menschen.
  • Das Menschenbild der Individualpsychologie: Mit dem Menschsein gegeben sind das Minderwertigkeitsgefühlund das Gemeinschaftsgefühl. Der Mensch wird als Mängelwesen geboren. „Menschsein heißt, sich minderwertig fühlen“ formuliert Adler. Psychodynamisch wirksam ist ein Minderwertigkeitsgefühl, das zusammen mit einem subjektiven, ebenso unbewussten Vollkommenheitsideal zu einer Bewegung von der erlebten, meist jedoch nicht bewusst wahrgenommenen Minus-Situation zu der unbewusst angestrebten Plus-Situation führt. Jedes erreichte Plus erweist sich alsbald als neuerliches Minus. Das Vollkommenheit letztlich unerreichbar bleibt und das angestrebte Ziel nur in Annäherungen erfahren wird, erhält sich diese Psychodynamik „vom Minus zum Plus“ während des ganzen Lebens. Der Mensch wird gleichzeitig als soziales Wesen geboren. Äußere Gegebenheiten wirken sich weniger als Ursachen aus, sondern stellen Verlockungen für die Meinungsbildung dar. Zunächst in „schöpferischer Freiheit“ gewinnt das Kind eine unbewusste Meinung über diese Gegebenheiten. Es schätzt gleichzeitig seine eigenen Möglichkeiten ein, auf diese Gegebenheiten so zu antworten, dass sein Selbstwertgefühl gewissermaßen auf der positiven Skala erhalten bleibt. So entstehen unbewusste Beziehungsmodelle und Handlungsmuster, die in neuen Situationen auf ihre Richtigkeit geprüft und schließlich festgehalten werden. Adler hat verschiedene Worte geprägt, letztlich aber dem Wort „Lebensstil“ den Vorrang gegeben.
  • Seelische Störungen: Adler nimmt beim mutlosen Menschen eine „neurotische Disposition“ an. In Situationen, die mit dem bisherigen Modell der Lebensbewältigung nicht (mehr) ohne Selbstwertverlust überstanden werden können, ergreift der neurotisch Dispositionierte die Krankheit als letztes Mittel der Selbstwertsicherung. Er traut sich eine positive Kompensation des Mangels nicht zu und löst unbewusst die Krankheit selber aus. Im lebensstiltypischen „neurotischen Arrangement“ provoziert der Kranke unbewusst Situationen, die ihn dazu legitimieren, sich von Lebensaufgaben zurückzuziehen, ohne dass das Überlegenheitsziel aufgegeben werden muss. (Auszüge aus: Fj. Mohr, Kleines Lexikon der Individualpsychologie.)
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